–
Kleine Schwänke aus meinem Leben
„Erzähl doch mal wieder einen Schwank aus Deinem Leben“, bat mich ein Freund. Deshalb gibt's diesen Blog. Nicht mein erster, denn das war der über mein Sabbatical 2010 „Bettina in London“.
3.11.26
Woran man erkennt, dass man alt ist
–
21.10.26
Basteln im Seniorenheim
Mein Vater lebt seit Anfang Juni in einem Seniorenheim.
Nach kurzer Eingewöhnung kommt er recht gut zurecht. Auch an manchen Programmen, wie dem Erdbeerfest oder dem Gedächtnistraining nimmt er teil.
„Tanzen, Basteln, Steine bemalen und sowas ist nichts für mich“, sagt er mir eines Tages mit entschiedener Stimme.
Auf dem Weg zurück sehe ich, dass die Senioren den Außenbereich mit selbst bemalten Steine dekoriert haben. Die meisten sind sehr gelungen.
Tja Papi, denke ich so bei mir, da entgeht dir aber was. Für einen derartig coolen Stein wäre dir die Bewunderung deiner Enkel- und Urenkelkinder sicherlich gewiss gewesen
14.10.26
Doch kein Aberglaube!
In der Sebalduskirche ist für fast jeden etwas Spannendes zu entdecken.
Die Gruppe ehemaliger hochrangiger Juristen Deutschlands interessiert sich sicherlich besonders für unsere Justitia, denke ich mir. Die Kardinalstugend sitzt unten am Sebaldusgrab. Ohne Augenbinde, mit krummem Schwert, neben ihr ihre zerbrochene Waage. Keck zeigt sie dem Betrachter ihr entblößtes Knie.
24.7.26
Hier lässt's sich's gut warten
In Kernmühle ist die Schulbus-Haltestelle liebevoll ausgestattet.
Man kann dort noch Last-Minute-Hausaufgaben erledigen, sich – vorausgesetzt man ist mindestens 15 Jahre alt – für die Schule zurechtmachen oder mit der Rufnummer 9 Bundeskanzlerin Friedrich Merz anrufen.
12.7.26
Nie aus dem Schneider
Als meine Mutter mit gebrochenem Schlüsselbein ins Krankenhaus kommt, bringen wir Geschwister meinen Vater in die Kurzzeitpflege und sorgen im Haushalt ein wenig für Ordnung.
Meine Schwägerin und mein Bruder reinigen den Kühlschrank und werfen so einiges weg, was bereits bessere Tage gesehen hat. Ich vollende ihr Werk, und entsorge alles, was das Mindesthaltbarkeitsdatum zum Teil schon um Jahre überschritten hat.
Meinem Vater bläue ich anschließend ein, dass wir Kinder die Verantwortung für die leeren Regale übernehmen. Er sei aus dem Schneider.
Doch der erwidert: „Ich bin der Ehemann, ich bin nie aus dem Schneider.“ Und ergänzt: „Du weißt ja, bis dass der Tod uns scheidet.“
6.7.26
Busfahren 60plus
Die Fahrt nach Oberfranken reizt mich. Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth, das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach a. d. Saale und der Felsengarten Sanspareil stehen auf dem Programm.
Wie ich wohl klarkomme mit all den alten Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Schließlich wird die Fahrt von der Akademie 60plus Nürnberg e.V. durchgeführt.
Einen kleinen Schreck bekomme ich gleich zu Beginn. Kurz nach der Abfahrt klärt uns Busfahrer Detlef über die Regeln an Bord des modernen Reisebusses inklusive der Toilettebenutzung auf: „Die Herren achten auf die Sauberkeit der Damen.“
23.6.26
Etwas Vergängliches für die letzte Ruhestätte
Die Nürnberger Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus sind etwas Besonderes. Gerade jetzt, im Juni, wenn die Rosen blühen.
Wer etwas auf sich hält, der schmückt sein Grab mit einem individuell angefertigten Epitaph. Doch es gibt viele Regeln.
So heißt es auch, dass man sich keine Micky Mouse aufs Grab stellen darf.
Etwas zum Anlass Passendes muss also her. Etwas, das sich mit unser aller Vergänglichkeit, dem Tod auseinandersetzt.
So gesehen ist das Schäufele, das ich kürzlich auf dem St. Rochusfriedhof entdeckt habe, durchaus passend: bei Fleisch-Liebhabern ist es ratzfatz vom Teller verschwunden. Und etwas Totes ist das „tote Tier“ ja schließlich auch.
(gesehen auf dem St. Rochusfriedhof in der Nähe der Friedhofskapelle)



.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
