26.5.24

Wiener Schmäh

Kurzurlaub in Wien, wo die Straßenbahnen Bim heißen  und ziemlich abrupt zum Stehen kommen, wenn der Fahrer bremst. Es gilt also, sich schnell einen Platz zu suchen und sich hinzusetzen.

Einmal bin ich nicht schnell genug und gerate ins Stolpern. Zwei Männer strecken ihre Hand aus, um einen Sturz zu verhindern.

„Vielen Dank“, sage ich zu meinem Sitznachbarn, als ich endlich sitze.

Seine keineswegs charmante Reaktion darf wohl als Wiener Schmäh bezeichnet werden: „Es hat zwei gebraucht.

Ansonsten kam ich mit den Wienern aber ganz gut zurecht ;-)


5.5.24

Corona als Schirmherr

Bin heute mal wieder an Corona erinnert worden – und zwar am Tag der offenen Tür im Knoblauchsland, dem größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiet Bayerns.

Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass das Virus zwei Jahre lang die Schirmherrschaft der jährlichen Veranstaltung übernommen hatte:



7.4.24

Wohnen im Puff?

Manche Wohnungen sind echte Ladenhüter.

Zum Beispiel eine bei uns um die Ecke, die etwas plüschig eingerichtet ist und verdächtig viele Schlafzimmer hat, manche davon mit Spiegeln an den Wänden und der Decke

„Was denkst denn Du, was das mal war“, fragt mich unser Freund Eckart. Eindeutig ein Puff“, klärt er mich auf.

Seitdem verfolge ich mit großem Spaß, wie der Makler die offensichtlich schwer zu vermittelnde Wohnung anpreist: „Wohnen und Geschäft in perfekter Harmonie: 5-Zimmer-Wohnung mit Gewerbeoption“ oder noch besser: „Raum für Kreativität: Wie 5 Zimmer Ihre Lebensweise revolutionieren können.“ Ich bin gespannt, was ihm noch so alles einfällt.


29.3.24

Selbst ist die Braut!

Diese Braut traut sich. 

In der Auslage eines Juweliers in der Nürnberger Innenstadt ist sie es, die sowohl das Selfie als auch das Victory-Zeichen macht.

Leider sieht sie etwas derangiert aus. Vielleicht hat sie sich ein wenig Mut antrinken müssen. Nun ja, Hauptsache, ihr „Ja“ war nicht gelallt – und wird, nüchtern betrachtet, nicht so schnell bereut.



16.2.24

Kunst versus Kuchen

Mit meiner Freundin Silvia sitze ich im Café Arte im Germanischen Nationalmuseum. Anschließend wollen wir auf dem nahe gelegenen Kornmarkt gegen Rechts demonstrieren gehen. 

Im Museum findet gerade das Aktions-Wochenende mit vielen kostenlosen Führungen statt. Doch wir haben es auf einen gemütlichen Kaffeeplausch abgesehen.

Kaum fangen wir damit an, steht Frau S. neben unserem Tisch. Wir kennen sie als überaus aktive Stadt- und Kirchenführerin, die vermutlich jeden Winkel Nürnbergs kennt, jede Möglichkeit zur Weiterbildung nutzt und ihr Wissen detailverliebt vermittelt. 

Na, was habt Ihr Euch denn schon alles angeschaut?“, fragt sie uns wissbegierig.

Silvia antwortet prompt – und ehrlich: Das Kuchenbuffet!

7.2.24

Der Name des Ex aus der toxischen Beziehung

 Blueskonzert in der Kofferfabrik mit der Hillmann's Bluesband

„Im nächsten Lied geht es um eine toxische Beziehung“, erklärt die Leadsängerin Claudia. Die meisten Konzertbesucher scheinen sie, ihr Leben und ihre Themen schon gut zu kennen.

Wie heißt der Typ?“, will einer wissen.

„Verrate ich nicht, fällt unter den Datenschutz“, bekommt er als Antwort.

Doch das spornt den Mann aus dem Publikum erst recht an, den Namen des Ex aus der Sängerin herauskitzeln zu wollen. Prompt stellt er den fiktiven Titel des Liedes in den Raum: „Das nächste Lied heißt 'Stefan'.“

23.12.23

Weihnachtsbräuche dies- und jenseits des Ärmelkanals

Der Weihnachtsmann kommt bald. Father Christmas is coming to town. Für unser internationales Team Anlass, uns über Weihnachtsbräuche dies- und jenseits des Ärmelkanals auszutauschen.

Meine Kollegin Rose in England wundert sich darüber, wie großzügig bereits Sankt Nikolaus hierzulande die Kinder beschenkt. In Großbritannien gingen die Kinder am 6. Dezember leer aus. 

Doch kurz darauf kommt raus, warum unser Nikolaus-Brauch bei ihr auf so große Verwunderung stößt. 

Als wir erklären, dass der Nikolaus einen vor die Tür gestellten Stiefel – Englisch: boot – füllt, hat Rose einen mit Süßigkeiten und Geschenken prall gefüllten Kofferraum vor Augen – Englisch: (ebenfalls) boot.

Was für eine Vorstellung! Doch leider gab es im Mittelalter, als der Brauch entstand, noch keine Autos.